Fluglärm

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Unter Fluglärm versteht man jene Geräusche, die durch Luftfahrzeuge insbesondere beim Start und bei der Landung verursacht werden. Aufgrund des gewachsenen Luftverkehrsaufkommens stellt Fluglärm nicht nur eine nervliche Belastung dar, sondern löst auch weitergehende Krankheiten des Herz- und Kreislaufsystems aus.

Ursachen

Fluglärm wird vorwiegend durch die Triebwerke und durch Luftbewegung um das Flugzeug ausgelöst. Die Luft wird durch die Triebwerke angezogen und mit höherer Geschwindigkeit wieder abgegeben. Dies ist notwendig, um eine entsprechende Beschleunigung des Flugzeuges zu erzielen. Geräusche entstehen dabei durch Reibung der mechanischen Teile und durch starke Luftströmungen. Durch den spezifischen Aufbau der Triebwerke durchläuft die angesaugte Luft mehrere Bestandteile und wird weiteren Druck- und Temperaturänderungen ausgesetzt. Bei Flugzeugen mit Überschallgeschwindigkeit entsteht zusätzlich ein sogenannter Überschallknall. Dieser entsteht durch extreme Druckunterschiede am Rumpf und am Heck des Flugzeuges. Die Geräusche können dabei als nur ein Knall oder ein andauerndes, lautes Geräusch empfunden, das dem Geräusch einer Explosion ähnelt.
Aber auch durch äußere Konstruktion des Flugzeuges, insbesondere die der Flügel und des Fahrwerkes verursachen einen zusätzlichen Lärm, der genauso stark ist, wie der der Triebwerke. Es wird aktuell nach Verfahren geforscht, die Lärmemission verringern könnten.

Gesundheitliche Folgen

Insbesondere für Anwohner der flughafennahen Gegenden stellt Fluglärm eine erhebliche Belastung dar. Das größte Problem dabei ist, dass es schwer ist, einen direkten Zusammenhang zwischen andauernder Lärmbelästigung durch Flugzeuge und der auftretenden Krankheiten festzustellen. Gesundheitliche Beschwerden resultieren daher meist aus Stress, dem die betreffenden Personen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt sind, speziell, wenn sie eine sehr negative Einstellung demgegenüber haben. Trotz der schwierigen Nachweisbarkeit der Kausalität zwischen Fluglärm und diversen Krankheiten konnte jedoch durch langfristige Studien bereits festgestellt werden, dass Fluglärm Herz- und Kreislauferkrankungen verursachen kann. Dabei wurden Daten hinsichtlich der ärztlichen Untersuchungen und der verschriebenen Arzneimittel von circa einer Million Menschen erhoben, die in der unmittelbaren Nahe zu einem Flughafen wohnen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die Anwohner dieser Gegenden häufiger wegen krankhafter Störungen der Herz- und Kreislaufsysteme behandelt werden mussten. Es wird geschätzt, dass dauerhafte Belastung durch Fluglärm das Risiko dieser Erkrankungen bei Männern um circa 70% und bei Frauen um circa 90% erhöht. Eine erhöhte Gefahr des Herzinfarktes und des Bluthochdruckes, wobei der Letztere auch dann auftreten kann, wenn die betreffende Person den Fluglärm nicht wahrnimmt (beim Schlafen). Seltener können psychische Störungen auftreten, die mit dem Stress, Überempfindlichkeit der Gehörorgane sowie krankhafte Angst vor den Geräuschen.

Gegenmaßnahmen

Die Maßnahmen zur Verringerung des Fluglärms tragen in erster Linie bautechnischen Charakter. Zum einen werden Methoden erprobt, um die Entstehung des Lärms zu minimieren. Zum anderen gibt es Maßnahmen in Form von Schalldämmung und möglichst größerer Entfernung der Wohngebiete von Flughäfen, um die Einwirkung des Lärms zu reduzieren. Teilweise ist es bereits möglich geworden, durch bauliche Innovationen die Entstehung des Lärms in den Triebwerken zu verringern. In diesem Zusammenhang forderte bereits die ICAO die Fluggesellschaften dazu auf, mehr Flugzeuge mit geringer Lärmemission zu betreiben. Die Initiative wird durch viele große Flughäfen unterstützt, indem sie anhand von Daten, die von der ICAO ermittelt wurden, Lärmgebühren von den Fluggesellschaften erheben. Die Höhe der Lärmgebühren wird in Abhängigkeit von solchen Parametern wie Start- und Landezeit erhoben.
Um die Umwelteinwirkung des Fluglärms zu reduzieren werden verschiedene Verfahren entwickelt, bei denen es beispielsweise darum geht, dass das Flugzeug die erforderliche Flughöhe schneller erreicht. Ferner wird auch versucht die Flugrouten so zu planen, dass große Wohngebiete gemieden werden. An fast allen Flughäfen in Deutschland gilt ein Nachtflugverbot, bei dem der Flughafenbetrieb nur eingeschränkt geführt wird.

Fluglärmgesetz

Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm wurde zum ersten Mal 1971 erlassen. Eine aktuelle Neufassung existiert seit 2007. Das Gesetz regelt Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Es wurden 3 Lärmschutzzonen festgelegt, in denen es zum Beispiel verboten ist, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen zu bauen. Das Bauen der Wohnungen und Häuser in der Schutzzone 1, die dem Flughafen am nächsten gelegen ist, ist ebenfalls untersagt. Immobilieneigentümer können Aufwandsentschädigung für Vorkehrungen zum Schallschutz erhalten. Das Gesetz wird aufgrund der vermutlich zu hoch definierten Grenzwerte, ab wann der Fluglärm als belästigend gelten kann, stark kritisiert.

Bundesvereinigung gegen Fluglärm

Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) wurde 1967 gegründet und ist heute in Düsseldorf ansässig. Es ist eine Umweltschutzorganisation, die sich für die Verringerung der Lärmemission und Minimierung der negativen Auswirkungen einsetzt. Im Laufe der Jahre hat sich die BVF zu einer bedeutenden Organisation entwickelt, sodass ihre Mitglieder in Lärmschutzkommissionen gesetzlich vertreten sein müssen. Die BVF ist auch auf der internationalen Ebene tätig.

Deutscher Fluglärmdienst

Deutscher Fluglärmdienst (DFLD) ist ein Verein, deren Aufgabe ist es, statistische Messungen zur Lärmemission zu erheben und auszuwerten. Im Betrieb des DFLD befinden sich circa 500 Messstationen, die teilweise auch Daten zu den Flugspuren erheben und speichern. Deutscher Fluglärmdienst wurde im Jahr 2002 gegründet.

Links

Deutscher Fluglärmdienst
Bundesvereinigung gegen Fluglärm

Siehe auch

atmosfair
Ökotourismus

Urteile und Rechtsprechung

Luftverkehrsgesetz