Reiseleiter

Aus PASSAGIERRECHTE
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Ein Reiseleiter ist eine Person, die Reisende (in der Regel im Urlaub) während ihres gesamten Aufenthaltes betreut. Reiseleiter sind am Urlaubsort tätig. Ihre Aufgabe ist es, für den korrekten Ablauf des Urlaubes im Hinblick auf vertragliche Vereinbarungen zu sorgen. Ferner ist der Reiseleiter der erste Ansprechpartner für Reisende bei diversen Problemen. Reiseleiter arbeiten in der Regel für einen Reiseveranstalter.

Aufgaben

Aufgrund der Diversifikation der touristischen Dienstleistungen und der Reisearten ergeben sich verschiedene Schwerpunkte für die Arbeit der Reiseleiter. Sie müssen nicht nur freundlich und umgänglich sein und gute Menschenkenntnisse besitzen, sondern sollen sich auch gut mit den örtlichen Traditionen und spezieller Konfliktkultur im Hinblick auf Problemlösungen auskennen. Ferner sind solide sprachliche und rechtliche Kenntnisse des Ziellandes und Bereitschaft, rund um die Uhr zu arbeiten vorausgesetzt. In Deutschland werden (meist von privaten Bildungseinrichtungen) Ausbildungsgänge zum Reiseleiter angeboten, die aber für die tatsächliche Ausübung des Berufes nicht zwingend notwendig sind.
Unter diesen Gesichtspunkten ergeben sich folgende Hauptaufgaben der Reiseleiter:

  • Empfang der Gäste im Zielgebiet
  • Transfer zu den Unterkünften
  • Erste Auskunft schon während der Fahrt
  • Auskunft über Landesbesonderheiten
  • Vorbereitung und eventuell Durchführung von vereinbarten Veranstaltungen, Ausflügen, Rundführungen
  • Klärung eventueller Problemen, Fragen und Beschwerden

Fremdenführer

Fremdenführer oder modern auch Guide genannt sind von Reiseleiter zu unterscheiden. Während Reiseleiter im Laufe des gesamten Aufenthaltes die Urlauber betreuen und unterstützen, führen Guides nur einzelne Veranstaltungen durch, für die sie gebucht sind. In der Regel sind das Museumsausflüge, Stadtrundführungen, Exkursionen etc. In diesem Zusammenhang müssen Fremdenführer solide Kenntnisse in der Geschichte des jeweiligen Ortes, dessen Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Geografie aufweisen. In dieser Beziehung wirken Fremdenführer als Repräsentanten des Landes oder der jeweiligen Region.
Für den Beruf des Fremdenführers gibt es keine speziellen Anforderungen oder Bildungsgänge, sodass im Grunde genommen jeder, der umfangreiche Landeskenntnisse besitzt und redegewandt ist Fremdenführer werden kann. Fremdenführer werden meist von Reiseveranstaltern oder Reisebüros beauftragt.

Führungsarten

Je nach Zielgebiet können sich selbstverständlich weit unterschiedliche Führungen ergeben, die nur durch örtliche Sehenswürdigkeiten und Fantasie des Fremdenführers begrenzt werden können.
Stadtrundführung – oder auch Sightseeing genannt, eine sehr weit verbreitete Art, Reisenden die Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Stadt nahe zu bringen. Gäste werden dabei in meist großen offenen Bussen zu den wichtigsten sehenswerten Objekten der Stadt oder der Gegend befördert. Die Aufgabe des Fremdenführers hier ist es, die Informationen über das jeweilige Objekt auf spannende und interessante Art und Weise darzubieten.
alternative Führungen – die klassischen Rundführungen, bei denen die bekanntesten Sehenswürdigkeiten besichtigt werden, werden oft kritisiert, da sie nichts vom realen Leben der Stadt und der Menschen vermitteln. So handelt es sich bei alternativen Führungen um Rundgänge und Exkursionen, die tiefere Einblicke in die Landesbesonderheiten gewähren oder Besichtigung interessanter Orte, die in keinem Reiseprospekt erwähnt werden.
Themenführungen – ein Rundgang kann auch unter einem bestimmten Motto oder einem speziellen Thema stattfinden. Themenführungen können auch mit sogenannten szenischen Führungen verbunden werden, bei denen Gäste auch mit einer themenorientierten theatralischen Darbietung unterhalten werden.
Nachtrundführungen – insbesondere in Großstädten können nächtliche Führungen oder Spaziergänge zu einem besonderen Erlebnis werden, wenn es auf den Straßen ruhig wird und sich die Stadt durch Beleuchtung aus einem neuen Blickwinkel betrachten lässt.
weitere mögliche Führungsarten – Radtouren, Naturausflüge, Museumsführungen, kulinarische Führungen, Ghost-Walks, Schlossführungen u.v.m.

Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e. V.

Seit 1994 existiert der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD) und verbindet lokal und regional Vereinigungen von Fremdenführer. Die Aufgabe des BVGD ist die Anerkennung des Berufs Gästeführer. Der Verband wirkt als Interessenvertretung und Plattform für Erfahrungsaustausch für seine Mitglieder. Er setzt sich für die Erhöhung und regionale Angleichung der Qualitätsstandards ein. Dem Verband gehören aktuell circa 4.950 Mitglieder an.

Weltgästeführertag

Der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland veranstaltet seit 1999 jährlich am 21. Februar den Weltgästeführer Tag, der erstmals 1990 vom Weltverband der Gästeführer durchgeführt wurde. Die Veranstaltungen verlaufen unter einem bestimmten Thema, das von der Mitgliederversammlung des BVGD festgelegt wird. Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Arbeit der Fremdenführer und deren gute Ausbildung zu erhöhen.

Siehe auch

Flug
Reisevermittler

Urteile und Rechtsprechung

Urteil des LG Düsseldorf vom 21. August 2009 - Reisemängel Türkei-Pauschalreise 3-Sterne-Hotel