Sicherheitskontrolle (Passagierverkehr)

Aus PASSAGIERRECHTE
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Sicherheitskontrollen an den Flughäfen sind notwendig, um das Entstehen der Gefahrensituationen zu vermeiden. Dabei werden die Passagiere und ihr Gepäck überprüft, um festzustellen, dass keine verbotene Gegenstände oder gefährliche Stoffe mitgeführt werden. Die Vorgehensweise und die Sorgfalt, mit der die Kontrollen durchgeführt werden, werden oft kritisiert und erscheinen minutiös, haben aber durchaus ihren Sinn. Der gemeinsame Vorteil, der durch die Gefahrenabwehr entsteht, ist größer, als die Unannehmlichkeit des Einzelnen, sodass Passagierwünsche bei Sicherheitskontrollen in den Hintergrund rücken.

Ablauf

Man unterscheidet zwischen der Personenkontrolle und der Gepäcküberprüfung. Die Überprüfung der großen Gepäckstücke, die beim Check-in abgegeben werden, erfolgt automatisch. Das Ziel ist nicht nur mögliche gefährliche Stoffe oder Gegenstände zu finden, sondern auch Sachen, deren Einfuhr aufgrund von speziellen gesetzlichen Bestimmungen des Ziellandes beschränkt oder verboten ist (zum Beispiel Alkohol, Drogen, Lebensmittel tierischer Herkunft bei Ländern außerhalb der EU usw.). Die Gepäckstücke werden auf dem Förderband vom Abfertigungsschalter transportiert und in Abwesenheit des Fluggastes kontrolliert, indem sie von einem Bestrahlungsgerät durchleuchtet werden. Die einzelnen Stoffe erhalten auf dem Bildschirm des Gerätes je nach ihrer Herkunft eine andere Farbe, sodass sie gut identifiziert werden können.

Die Personenkontrolle fängt bereits am Check-in-Schalter an. Der Fluggast muss seine Identität mit einem Pass oder Personalausweis bestätigen, wobei die Angaben in der Buchung mit den Passdaten übereinstimmen müssen. Ebenfalls am Abfertigungsschalter wird die Einhaltung der Visabestimmungen überprüft. Nach dem erfolgreichen Check-in erhält der Fluggast eine Bordkarte, die ihn zum Einstieg ins Flugzeug berechtigt. Danach findet genauere Pass- und Personenkontrolle statt. Es ist je nach Flughafen unterschiedlich, in welcher Reihenfolge diese stattfinden. Durch Passkontrollen sollen erneut die Identität des Fluggastes und seine Aufenthaltsberechtigung im Abreiseland nachgewiesen werden. Auf Inlandflügen werden keine zusätzlichen Passkontrollen durchgeführt. In einigen Ländern der Welt können die Kontrollen sehr streng sein. In den USA beispielsweise, wo die Terrorismusgefahr besonders hoch ist, können Fluggäste wegen bestimmter Merkmale und des Verdachts, mit Terrororganisationen in Verbindung zu stehen, äußerst sorgfältig kontrolliert werden. Die Kriterien dafür sind unter anderem Barzahlung des Tickets oder Ticket ohne Rückflug, Kauf des Tickets am Abflugtag, Probleme bei der vorherigen Einreise oder früheren Flügen usw.

Vor dem Zugang zu Abflughallen werden die Passagiere und ihr Handgepäck ebenfalls auf verbotene Stoffe und Gegenstände kontrolliert. Nicht gestatten sind spitze Gegenstände (Nagelschere, Taschenmesser), je nach Zielland einige Lebensmittel, explosive und feuergefährliche Flüssigkeiten (Feuerzeuge). Auf den Flughäfen der EU ist die Flüssigkeitsmitnahme in Form von Cremes oder Gels grundsätzlich auf 1 Liter pro Fluggast und höchstens 100 ml pro Flasche oder Behälter beschränkt; Getränke sind meistens generell nicht erlaubt. Die Behälter müssen dabei in einem durchsichtigen gut verschließbaren Beutel verpackt werden. Diese Regelung erntet oft sehr viel Kritik, da sie als übertrieben sorgfältig empfunden wird. Die Bestimmung wurde nach den versuchten Bombenanschlägen in London im Jahr 2006 erlassen. Brennbare Flüssigkeiten können bei der Routinekontrolle nicht eindeutig als solche identifiziert werden, deshalb ist die erhöhte Vorsicht notwendig. Der gemeinsame Nutzen hinsichtlich der Flugsicherheit ist hier größer, als der eventuelle Schaden des einzelnen Fluggastes. Für medizinische Diätnahrung sowie Babynahrung gelten besondere Regelungen.

Bei der Personenkontrolle müssen die Fluggäste ihre Oberbekleidung – falls vorhanden – ausziehen, das gesamte Handgepäck auf das Förderband legen sowie technische Geräte, wie Fotokameras, Mobiltelefone oder Notebooks zur Überprüfung vorbereiten. Manchmal müssen die Geräte kurz angeschaltet werden, um ihre Funktion nachzuweisen. Alle Gegenstände aus Metall müssen ebenfalls auf das Förderband gelegt und sichtbar gemacht werden. Dies betrifft aber zumeist nur Hosengürtel oder Schuhe, da andere Kleidungsstücke, die Metall in der einen oder anderen Form enthalten können, nicht ausgezogen werden können (zum Beispiel Metallknöpfe einer Bluse). Das Ablegen von Körperschmuck ist in der letzten Zeit nicht mehr notwendig, weil die modernen Metalldetektoren nicht mehr so empfindlich auf die kleinen Mengen Metall reagieren. Danach müssen die Fluggäste ein mit Metalldetektoren ausgestattetes Tor oder einen Ganzkörperscanner passieren. Die Verwendung letzterer ist umstritten, da sie eventuell zu stark die Personenrechte verletzen. Auf deutschen Flughäfen findet die Anwendung von Körperscannern nicht statt. Die Passagiere werden nach Bedarf mit Handdetektoren genauer überprüft.

Kontrolle bei der Anreise

Nach der Landung müssen die Fluggäste eine erneute Passkontrolle durchlaufen, bei der die Einhaltung der Einreisebestimmungen überprüft wird. Danach dürfen sie ihr Hauptgepäck abholen. Bevor die Ankuftshalle endgültig verlassen werden darf, können vereinzelt Gepäckkontrollen am Ausgang stattfinden. Das Ziel dieser stichprobenartigen Kontrollen ist es, unangemeldete und steuerpflichtige Waren bzw. zur Einfuhr verbotene Gegenstände zu finden, die bei der Abreise nicht entdeckt oder nicht beachtet wurden. Es dürfen beispielsweise keine unbearbeiteten Lebensmittel tierischer Herkunft aus nicht EU-Ländern in die EU mitgenommen werden. Innerhalb der EU ist die Mitnahme aber erlaubt.

Siehe auch

Check-in
Flug
Flugunfall
Flughafensicherheit

Urteile und Rechtsprechung

Verordnung (EG) Nr. 820/2008 über Luftsicherheit und Vorschriften zum Handgepäck
Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 02. Mai 2007 Haftung bei Sicherheitskontrolle vor Flug
Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 31. Januar 2008 Entschädigung für Diebstahl Rolex-Uhr
Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 10. März 2009 Liste zu Gepäckmitnahme von Handgepäck nicht bindend