Vulkanausbruch
Vulkanausbruch Definition
Vulkanausbruch
- auch Eruption
- die bekannteste Form des Vulkanismus, bei dem sich auf mehr oder weniger zerstörerische Weise die Magmakammer(n) eines Vulkans leert oder Magma durch Spalten und Bruchstellen mehr oder weniger direkt aus dem Erdmantel aufsteigt
Vulkanausbruch Folgen für den Luftverkehr
Kommt es zu einem Vulkanausbruch, so werden mehrere Kilometer in die Atmosphäre dichte Aschewolken ausgestoßen, die aus sehr feinen Aschepartikeln bestehen. In solchen Fällen ist ein Durchflug solcher Wolken äußerst riskant, da keine ausreichenden Sichtverhältnisse gegeben sind und die Asche zudem Schäden am Luftfahrzeug verursachen kann. Wenn das Sichtproblem durch die Anwendung von Instrumentenflugregeln gelöst wird, so gibt es jedoch oft nur unzureichende Maßnahmen gegen die Einwirkung der Asche auf das Gerüst und die Triebwerke des Flugzeuges. Zudem können Aschewolken von herkömmlichen Bordradaren nicht immer entdeckt werden, da die Aschepartikel zu klein sind. Darüber hinaus können einige Instrumente durch Ascheablagerung falsche Angaben liefern. Aschepartikeln können u.a. Teile der Triebwerke verstopfen oder darin schmelzen und Ablagerungen bilden, was zu einem Strömungsabriss im Triebwerk und Verlust der Schubkraft führen kann. Bei einem möglichen Strömungsabriss im Triebwerk erhöht das Steuerungssystem standardmäßig die Leistung, was das Problem aber nur verschärft. Im schlimmsten Fall laufen die Triebwerke die Gefahr, gänzlich auszufallen. Der Flugbetrieb auf dem Boden wird durch ein solches Ereignis ebenfalls stark behindert. Da das Einatmen der Vulkanasche sehr gesundheitsschädlich ist, werden betroffene Infrastrukturobjekte sinnvollerweise evakuiert. Wenn sich Aschepartikeln auf den Start- und Landebahnen sowie Rollfeldern des Flugplatzes absetzen, werden sie rutschig und verlieren ihre flugrelevanten Eigenschaften. Eine Ascheansammlung schon von wenigen Millimetern muss beseitigt werden, bevor der Flugplatz den normalen Betrieb wieder aufnehmen kann. Im Gegensatz zum Schnee oder Eis verschwindet die Asche bei Wärme nicht selbstständig, sondern muss in jedem Fall entfernt und entsorgt werden, damit sie nicht wieder vom Wind aufgegriffen und zerstreut wird.
Im April 2010 kam es im europäischen Raum teils zu zum großen Erliegen des Flugverkehrs aufgrund des Ausbruchs des Vulkans Eyjafjallajökull auf Island. Ein Jahr später trat ein ähnliches Naturphänomen in Chile mit dem Ausbruch des Vulkans der Vulkankette von Puyehue-Cordon Caulle auf, wobei Asche und Rauch teils mehr als Kilometer in die Atmosphäre geschleudert wurde. In Südamerika und Australien kam es deswegen zu vielfachen Annullierungen und Verspätungen.