Condor

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Condor (eigentlich Condor Flugdienst GmbH) ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main und Basis auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Nach Passagierzahlen und der Flotte ist Condor die viertgrößte deutsche Fluggesellschaft.

Geschichte

Das heute unter dem Namen „Condor Flugdienst GmbH“ geführte Unternehmen wurde am 23.11.1955 unter dem Namen „Deutsche Flugdienst GmbH“ gegründet. Der Flugbetrieb wurde im darauffolgenden Jahr, am 29.03.1956 aufgenommen. Die ersten Flüge der neu gegründeten Airline gingen von Frankfurt aus nach Israel sowie nach Mallorca und Teneriffa.

Schnell etablierte sich Condor als eine der wichtigsten Airlines in Deutschland. Sehr zugute kam Condor dabei der in Deutschland in den 1960er Jahren populär werdende Massentourismus, der durch vergleichsweise günstige Flüge in beliebte Urlaubsziele durch Condor gefördert wurde. Insbesondere das von Anfang an angeflogene Ziel Palma de Mallorca hatte erheblichen Anteil an Condors Erfolg. Die Airline hatte im Jahr 1962 – sechs Jahre nach Eröffnung des Flugbetriebes – am der gesamten deutschen Flugtouristik einen Anteil von 63,3%. Diese Entwicklung setzte sich derartig fort, dass Condor zehn Jahre später – im Jahr 1973 – mit einem Umsatz in Höhe von 291 Mio. DM das damals umsatzstärkste Flugunternehmen weltweit wurde.

1966 weitete Condor ihr Angebot auch auf Langstreckenflüge zu Zielen außerhalb Europas aus. Die ersten Flüge gingen hierbei nach Thailand, Sri Lanka, Kenia sowie in die Dominikanische Republik. Nicht alle diese Ziele werden heute noch von Condor angeflogen.

1989 gründete Condor zusammen mit Turkish Airlines die Fluggesellschaft SunExpress, die heute in der Türkei beheimatet ist. 1995 übernahm Condor 50% der Anteile an Turkish Airlines, die zuvor die Lufthansa gehalten hatte. Im gleichen Jahr beteiligt Condor sich an den Unternehmen alpha Holding GmbH (zu 30 %), der Kreutzer Touristik GmbH (zu 37,5 %), der Fischer Reisen GmbH (zu 100 %) und der Öger Tours GmbH (zu 10 %).

Die Deutsche Lufthansa AG übte von Beginn an bedeutenden Einfluss auf Condor aus. So hielt Lufthansa bei der Gründung es Unternehmens 26% des Gesellschaftskapitals an Condor. Diese Anteile wurden in der Folgezeit stark aufgestockt, 1959 hielt die Lufthansa 95,5% des Kapitals. 1960 übernahm Lufthansa schließlich die kompletten Anteile an Condor. 1997 hielten Lufthansa und die KarstadtQuelle AG jeweils 50% der Anteile an Condor. Dies nutzen beide Unternehmen, um mit der C&N Touristik AG ein Touristikunternehmen zu begründen, deren Bestandteil Condor wird. Später wurde aus diesem Unternehmen die Thomas Cook AG, zu der Condor noch heute gehört. Dies zeigt sich insbesondere 2002, als etwa das Design der Thomas Cook AG auf die Condor-Flugzeuge übertragen wird. Zwischenzeitlich flog Condor zudem unter dem Namen „Thomas Cook powered by Condor“, ehe seit 2004 wieder der Name „Condor“ gebraucht wird.

Strategie

Condor konzentriert sich vorzugsweise auf den Tourismusmarkt und bietet daher in erster Linie preisgünstige Flüge zu touristischen Zielen an. Condor gilt damit als „Ferienfluglinie“. Insbesondere die beliebten spanischen Urlaubsziele wie Mallorca oder Las Palmas werden sehr häufig angeflogen, Flüge nach Mallorca gehen dabei von nahezu jedem von Condor bedientem Flughafen täglich aus. Ein überwiegender Teil der Flüge geht nach Spanien, Griechenland sowie in die Türkei – allesamt aus deutscher Sicht sehr beliebte und häufig schon günstig zu erreichende Urlaubsziele. Condor fliegt zudem auch touristische Ziele an, die generell weniger frequentiert werden und daher von größeren Airlines nicht oder nur sehr begrenzt ins Programm aufgenommen wurden. So wird etwa Kapstadt als Reiseziel von Deutschland aus nur von Condor angeflogen. Der von anderen Airlines bereits abgedeckte asiatische Raum wird von Condor hingegen gar nicht bedient. In jüngerer Zeit expandierte Condor vor allem nach Afrika und Südamerika, neu in den Flugplan der Airline wurde dabei zuletzt Rio de Janeiro aufgenommen. Verworfen wurde hingegen der Plan, auch einen Flug von Frankfurt nach Johannesburg in den Winterflugplan von Condor aufzunehmen. Innerhalb Europas wurde zuletzt ein Flug von Frankfurt nach Mykonos (Griechenland) neu aufgenommen. In der Vergangenheit gab es vereinzelt Versuche, auch Geschäftsflüge zu etablieren, diese spielten jedoch für Condor eine sehr untergeordnete Rolle und waren nur teilweise rentabel.

Strategischer Ausblick

Ab 2016 ist eine Verbindung von Frankfurt nach Austin (Texas) vorgesehen. Zudem soll einmal wöchentlich ein Flug von Hannover nach Jerez de la Frontera (Spanien) stattfinden. Bestätigt wurde zudem ein ebenfalls von Hannover startender Flug nach Santa Cruz de la Palma (Spanien), welcher ab Oktober 2015 ganzjährig immer mittwochs angeboten wird.

Streckennetz

Die für Condor bedeutendsten Flugstrecken sind nach wie vor die Flüge nach Mallorca. Diese gehen von nahezu jedem von Condor angeflogenen deutschen Flughafen aus (mit Ausnahme von Dresden). Von den Flughäfen Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig, München und Stuttgart aus wird Mallorca hierbei täglich angeflogen. Ein ebenfalls schwerpunktmäßig angeflogenes Ziel ist Antalya, welches von jedem von Condor bedienten inländischen Flughafen erreicht werden kann – mit Ausnahme von Dresden und Paderborn finden diese Flüge täglich statt. Condor verfolgt damit seine Strategie als preisgünstige Tourismuslinie. Auf den generell seltener bedienten Langstrecken lässt sich ein derartiger Schwerpunkt nicht feststellen.

Im September 2015 gab Condor bekannt, dass die Airline sich ab Winter 2015/2016 vom Flughafen Paderborn zurückziehen werde. Alle bereits gebuchten Flüge werden annulliert. Ursprünglich war dieser Schritt erst im Sommer 2016 geplant, Condor gab für die Vorziehung des Planes wirtschaftliche Gründe an.


Kurz- und Mittelstrecke

Bulgarien und Kroatien:

  • Burgas
  • Rijeka
  • Split
  • Varna

Griechenland und Zypern

  • Chania (Kreta)
  • Heraklion (Kreta)
  • Korfu
  • Kos
  • Kalamata
  • Larnaca
  • Mykonos
  • Preveza
  • Rhodos
  • Santorin
  • Skiathos

Spanien und Portugal

  • Arrecife (Lanzarote)
  • Fuerteventura
  • Funchal (Madeira)
  • Ibiza
  • Jerez de la Frontera
  • Las Palmas
  • Palma de Mallorca
  • Sta. Cruz de las Palmas
  • Teneriffa

Türkei

  • Antalya
  • Dalaman

Ägypten, Marokko und Tunesien

  • Agadir
  • Djerba
  • Hurghada

Langstrecke

Die Langstreckenflüge von Condor starten (mit Ausnahme der Strecke München – Punta Cana sowie den bereits genannten Flügen von Wien aus) ausschließlich vom Stammflughafen Frankfurt. Die übrigen Flughäfen bedienen nur die Kurz- und Mittelstrecken.

Afrika

  • Kapstadt (Südafrika)
  • Kilimanjaro (Tansania)
  • Mombasa (Kenia)
  • Sansibar (Tansania)
  • Windhuk (Namibia)

Indischer Ozean

  • Mahe (Seychellen)
  • Male (Malediven)
  • Mauritius

Karibik

  • Barbados
  • Havanna
  • Holguin (Kuba)
  • Montego Bay (Jamaika)
  • Puerto Plata (Dom. Rep.)
  • Punta Cana (Dom. Rep.; zusätzlich einmal wöchentlich von München angeflogen)
  • San Juan (Puerto Rico)
  • Santo Domingo (Dom. Rep.)
  • Tobago
  • Varadero (Kuba)

Süd- und Mittelamerika

  • Cancun (Mexiko)
  • Fortazela (Brasilien)
  • Panama City
  • Recife (Brasilien)
  • Salvador de Bahia (Brasilien)
  • San Jose (Costa Rica)

USA

  • Anchorage
  • Baltimore
  • Fairbanks
  • Fort Lauderdale
  • Las Vegas
  • Minneapolis
  • Portland
  • Providence
  • Seattle

- Kanada

  • Calgary
  • Halifax
  • Toronto
  • Vancouver
  • Whitehorse

Flotte

Als erste touristische Fluglinie nahm Condor im Jahr 1971 einen „Jumbo-Jet“ in die eigene Flotte auf. Damals war dies eine Boeing 747. Condor nutzt insgesamt vier verschiedene Flugzeugtypen: Boeing 767-300ER, Boeing 757-300, Airbus A320-200 und Airbus A321-200. Die erstgenannte Boeing 767-300ER wird als größtes Flugzeug dabei für Langstreckenflüge eingesetzt, die anderen Flugzeuge kommen auf der Kurz- und Mittelstrecke zum Einsatz. Zuletzt wurden 2014 neue Flugzeuge (Typ Airbus A321-200) der Flotte hinzugefügt. Insgesamt befinden sich für Condor 41 Flugzeuge im Einsatz: 10 Flugzeuge des Typs Airbus A320-200, fünf Flugzeuge des Typs Airbus A321-200, 13 Flugzeuge des Typs Boeing 757-300 sowie 13 Flugzeuge des Typs Boeing 767-300ER.

Wirtschaftliche Daten

Condor verzeichnete im Jahr 2012 einen Umsatz in Höhe von ca. 1,46 Mrd. €. Dies bedeutete eine Steigerung gegenüber 2011, zu diesem Zeitpunkt wurde ein Umsatz in Höhe von rund 1,28 Mrd. € erreicht. Condor transportierte im Jahr 2012 ca. 6,7 Mio. Passagiere.

Zwischenfälle

  • 31. Juli 1960: Beim Anflug auf den Flughafen Rimini fielen nacheinander beide Motoren aus. Einer der Passagiere kam bei der anschließenden Notlandung ums Leben.
  • 20. Juli 1970: Eine Boeing 737-100 kolidierte im Flug mit einer Piper PA-28, alle drei Insassen der Piper kamen ums Leben.
  • 2. Januar 1988: Eine Boeing 737-200 kollidierte mit einem Berg nahe Seferihisar, nachdem es Missverständnisse bezüglich des Instrumentenlandesystems gab. Alle elf Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Flugverspätung Entschädigung Condor

Condor Flugdienst GmbH

Condor
Anschrift Condor Flugdienst GmbH

De-Saint-Exupéry-Str. 8

Kelsterbach

60549 Frankfurt am Main

Webseite Condor
Tel Condor +49 (0) 180 5 767757, +49 6171 6500, +49 (0) 6171 65-3604
Fax Condor +49 6107 9394 40
EMail Condor tma@condor.com
reservation@condor.com
IATA-Code: DE
ICAO-Code: CFG
Sitz Frankfurt a.M.
Heimatflughafen Frankfurt a.M.
Vielfliegerprogramm Miles & More
Ziele National, Kontinental, Interkontinental