Codesharing

Aus PASSAGIERRECHTE
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Codesharing ist ein Verfahren, bei dem zwei oder mehrere Fluggesellschaften einen Flug teilen. Dabei führt eine Fluggesellschaft den Flug aus, die andere tritt als Vertriebspartner auf und verkauft Flugscheine für diesen Flug im eigenen Namen aus. Der Begriff „Code“ bezieht sich auf die Kennzeichnung des Fluges, die man auf dem Flugplan finden kann und welche aus einem IATA-Zeichen und einer Flugnummer besteht. Codesharing ermöglicht einen besseren Zugang zum bestehenden Streckennetz, ohne dafür zusätzliche Flüge anbieten zu müssen. Ferner können Anschlussflüge einfach über mehrere Ebenen gebucht werden. Die meisten großen Fluggesellschaften haben Codesharing-Partnerschaften und es ist ein wesentliches Merkmal der großen Airline-Allianzen.

Vorteile

Für Fluggäste

  • Anschlussflüge: auch wenn ein Flug aus mehreren Flugsegmenten besteht, erlaubt es Codesharing einen einzelnen Flug von A nach C mit einer Airline zu buchen und nicht erst von A nach B und dann nach C. Diese Vorgehensweise spart Zeit, da das Reisegepäck nicht noch mal abgeholt und registriert werden muss und auch das Check-in muss in der Regel kein weiteres Mal durchgeführt werden.
  • Gemeinsame Verantwortung: Bei Flügen mit Zwischenlandungen können Fluggäste meistens zwischen einem Codesharing-Flug und mehreren separaten Flügen auswählen. Bei der letzteren Variante hat die Fluggesellschaft, die das zweite Segment den Anschlussflug ausführt, keine Verantwortung zu tragen, wenn ein Fluggast den Flug aufgrund der Verspätung des ersten Fluges verpasst. Bei einem Codesharing-Flug ist es unwahrscheinlich, dass die zweite Fluggesellschaft von verspäteten Passagieren eine Gebühr verlangt oder ihnen das Boarding verweigert.

Für Fluggesellschaften

  • Flüge von zwei Fluggesellschaften, die dieselbe Strecke fliegen: es entsteht der Eindruck, dass eine bestimmte Route von einer Fluggesellschaft vermehrt bedient wird.
  • Markterschließung: Codesharing stellt eine Methode dar, neue Strecken zu erschließen, auch wenn Fluggesellschaften diese nicht mit eigenen Maschinen bedienen, sondern nur ihre Flugnummer anzeigen.
  • Wenn die ausführende Fluggesellschaft ihre Kapazität mit einer anderen teilt, kann das ihre Betriebskosten erheblich senken.

Kritik

Die meisten Kritikpunkte beziehen sich darauf, dass es für den Fluggast nicht immer eindeutig erkennbar ist, wenn es sich um einen Codeshare-Flug handelt. Fluggäste, die oft reisen, haben dementsprechend oft ihre Präferenzen und buchen ihre Flüge bei einer bestimmten Fluggesellschaft. Tatsächlich führt den Flug letztendlich eine andere Fluggesellschaft aus, die häufig unbekannt ist. Viele beschweren sich dann, dass sie nicht den gewohnten Service bekommen oder haben Bedenken über die Sicherheit an Bord einer unbekannten Airline.
In Wirklichkeit ist es jedoch sehr einfach zu erkennen, um welche Fluggesellschaft es sich genau handelt. Zum einen wird meistens bereits bei der Buchung (im Internet) auf die andere Airline hingewiesen, in dem zum Beispiel operated by dazu geschrieben wird. Zum anderen kann man an der Flugnummer sehr einfach erkennen, welche Fluggesellschaft den Flug ausführt. Die ersten zwei Buchstaben sind das IATA-Zeichen der Fluggesellschaft. Die größten Fluggesellschaften haben Kürzel, die an ihre Firmierungen andeuten, zum Beispiel: Lufthansa – LH, Air Berlin – BER oder Air France – AF.

Interlining

Unter Interlining versteht man eine Vereinbarung zwischen zwei Fluggesellschaften über Beförderung von Passagieren auf Routen, die von mehreren Airlines bedient werden.
Ein Interline-Abkommen unterscheidet sich von Codesharing dahin gehend, dass bei Codesharing die Nummer einer bestimmten Fluggesellschaft verwendet wird, auch wenn den Flug eine andere Fluggesellschaft ausführt. Hingegen eine Codeshare-Vereinbarung kann entscheiden, ob ein Interline-Ticket ausgestellt werden kann. Jedenfalls müssen sowohl die ausführende als auch die kooperierende Fluggesellschaft ein Interline-Abkommen getroffen haben, damit sie für ihre Fluggäste einen einzelnen Flugschein ausstellen. Es kann ferner auch möglich sein, dass die Fluggesellschaft A für die Fluggesellschaft B Tickets für eine bestimmte Strecke verkauft, die Fluggesellschaft B kann jedoch nicht selbst für diese Strecke als Verkäufer treten.
Früher hatten nur große Linienfluggesellschaften wie United Airlines oder Lufthansa eine Interline-Vereinbarung für E- Tickets. Die Anordnung der IATA, die Papiertickets bis zum Jahr 2007 zu eliminieren, führte dazu, dass auch kleinere Fluggesellschaften papierlose Flugscheine einführen mussten. Zum Beispiel hat United Airlines ein Interline-Abkommen. mit den Konkurrenten American Airlines und British Airways. Kleine Fluggesellschaften haben häufig Vereinbarungen mit größeren Unternehmen, die auf ihren Märkten tätig sind.
Wenn kein Interline-Abkommen zwischen zwei Fluggesellschaften existiert, dann müssen zwei separate Tickets erworben werden. Der Fluggast muss sich dann für beide Flugsegmente separat registrieren und einchecken.

Siehe auch

Vielfliegerprogramm
Flugticket