Eurowings

Aus PASSAGIERRECHTE
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Eurowings GmbH ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Düsseldorf und Heimatbasis auf dem Flughafen Düsseldorf. Das Tochterunternehmen der Lufthansa führt derzeit für Germanwings Zubringer- und Regionalflüge durch.

Geschichte

Die Anfäge der Fluggesellschaft werden auf das Jahr 1975 datiert. Nürnberger Flugdienst und der Reise- und Industrieflug (RFG) waren in Dortmund tätig. Fast 20 jahre später 1993 fand ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen statt. Somit entstand erstmal die Eurowings Luftverkehrs AG. 98,2 % der Anteile gehörten zunächst Albrecht Knauf. Eine spätere Kooperation mit KLM Royal Dutch Airlines und Air France verband einige deutsche Regionalflughäfen mit Amsterdam und Paris. Die Deutsche Lufthansa AG war im Jahr 2001 mit 24,9% an der Fluggesellschaft beteiligt. Drei Jahre später waren es fast 50%. Im Zuge diverser Vereinbarungen erhielt Lufthansa später die wirtschaftlicher Kontrolle über Eurowings. Die Regionalflugverbindungen werden als Lufthansa-Flüge vermarktet und auch die Lackierung der Flugzeuge ist von Lufthansa Regional. 2011 wurde Eurowings von Lufthansa 100% übernommen. Im gleichen Jahr erfolgte auch der Rechtsformwechsel zur GmbH. Seit 27. Oktober 2013 führt Eurowings auch Flüge im Auftrag von Germanwings durch.

Übernahme der Eurowings durch Lufthansa

Die Deutsche Lufthansa AG hielt ab 2001 Anteile in Höhe von 24,9% an der Eurowings. Dies führte zudem zu einer verstärkten Zusammenarbeit von Lufthansa und Eurowings, so wurde etwa das Streckennetz der Eurowings so verändert, dass es an das Netz der Lufthansa angepasst war.

Die Lufthansa erwarb am 01.04.2004 weitere Anteile an Eurowings, sodass sie ab diesem Zeitpunkt 49% der Anteile von Eurowings hielt. Durch eine Stimmbindungsvereinbarung kontrollierte Lufthansa ab dem 22.12.2005 insgesamt 50,0001% der Anteile an Eurowings und hatte somit die Kontrolle über das Unternehmen. Dementsprechend wurde Eurowings nun verstärkt an Lufthansa angepasst, etwas über das Design oder die Vereinbarung einheitlicher Qualitätsstandards der Flüge. Als eigenständige Marke war Eurowings damit vom Markt verschwunden.

2009 löste sich Eurowings von ihrer Tochtergesellschaft Germanwings, indem sämtliche Anteile an die Lufthansa verkauft wurden. Germanwings wurde somit – ebenso wie Eurowings – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Lufthansa. Die Zusammenarbeit mit Lufthansa wurde in diesem Zeitraum weiter intensiviert, indem nun auch die einzelnen Flugzeugtypen nach den Vorgaben der Lufthansa angeschafft beziehungsweise abgestoßen wurden.

Am 13.08.2011 übernahm Lufthansa auch die restlichen Anteile an der Eurowings, sodass diese nun ein einhundertprozentiges Tochterunternehmen der Lufthansa ist. Seit dem 01.11.2011 ist die Rechtsform der vormaligen Eurowings Luftverkehrs AG geändert, sodass diese nun unter dem Namen Eurowings GmbH firmiert. 2011 wurde der Standort der Eurowings nach Düsseldorf verlegt, vorher waren Dortmund und Nürnberg die Verwaltungsstandorte der Airline.

Bis zur Umstrukturierung im Oktober 2015 fliegt Eurowings im Auftrag von Germanwings auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, die von Düsseldorf und Hamburg ausgehen.

Zukunftspläne

Nach eigener Aussage sah sich die Deutsche Lufthansa AG einem wachsenden Wettbewerb insbesondere auf Kurzstrecken und innerdeutschen Strecken durch sogenannte Billigflug-Airlines ausgesetzt. Lufthansa will aus diesem Grund mit dem „Wings-Konzept“ auf diesen Strecken konkurrenzfähig bleiben, indem sie ihrerseits über die Tochterunternehmen Germanwings und Eurowings kostengünstige Kurzstreckenflüge in Deutschland und Europa anbietet. Zu diesem Zweck sollen solche Flüge, die nicht über die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München führen, von den beiden Tochterunternehmen übernommen werden. Bereits seit Anfang 2015 wurden zahlreiche Verbindungen dieser Art an Germanwings übertragen. Die Betriebskosten von Flügen, die durch die Wings-Airlines durchgeführt werden, sollen dabei um bis zu 40% unter denen von Lufthansa selbst liegen. Eurowings wird damit selbst eine „Billigflugairline“. Darüber hinaus ist angedacht, dass Eurowings Anteile an weiteren Airlines übernehmen soll, um ihren Einfluss weiter auszubauen. Konkrete Pläne hierfür sind noch nicht bekannt. Zudem ist eine Zusammenarbeit mit anderen Airlines über Codesharing-Vereinbarungen geplant. So sollen Langstreckenflüge der Eurowings u.a. durch Sunexpress durchgeführt werden.

Flugziele

Die neuen Flugstrecken des zukünftigen Wings-Konzeptes von Lufthansa und Eurowings werden ab dem 25.10.2015 bedient. Geplant ist dabei als erstes ein innerdeutscher Flug von Hamburg nach Düsseldorf. Der erste internationale Flug soll ab dem 30.10.2015 auf der Route von Hamburg nach Manchester starten.

Interkontinentalflüge sind ab dem 01.11.2015 geplant. Genaue Flugverbindungen stehen hierzu noch aus, der Ausgangspunkt soll dabei der Flughafen Köln/Bonn werden. Die ersten Ziele der Interkontinentalverbindungen werden Flughäfen in Dubai, Thailand sowie der Karibik. Zuletzt wurde zudem ein Flug nach Mauritius bestätigt.

Bekannte Kontinentalflüge sind nach derzeitigem Stand:

→ Hamburg – Düsseldorf (ab 25.10.2015)

→ Düsseldorf – Dresden (ab 27.10.2015)

→ Hamburg – Manchester (ab 30.10.2015)

→ Hamburg – Madrid (ab 02.11.2015)

→ Düsseldorf – Paris (ab 06.11.2015)

→ Köln/Bonn – Puerto Plata (ab 07.11.2015)

→ Köln/Bonn – Stuttgart (ab 09.11.2015)

→ Düsseldorf – Stockholm (ab 16.11.2015)

→ Stuttgart – Hamburg (ab 16.11.2015)

→ Hamburg – Stuttgart (ab 11.12.2015)

→ Stuttgart – Oslo (ab 11.12.2015)

→ Dresden – Hamburg (ab 27.12.2015)

→ Stuttgart – London (ab 05.01.2015)

→ Köln/Bonn – Mailand (ab 30.01.2016)

→ Düsseldorf – Göteborg (ab 14.02.2016)

→ Düsseldorf – Mailand (ab 16.04.2016)


Bekannte Interkontinentalflüge sind nach jetzigem Stand:

→ Köln/Bonn - Mauritius (ab 06.05.2016)

Flotte

Eurowings betreibt derzeit eine Flotte von 23 Flugzeugen, die für die durchgeführten Kurz- und Mittelstrecken ausgelegt sind. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Flugzeuge vom Typ Bombardier CRJ900. Hinzu kommen Bestellungen von Airbus-Flugzeugen, so etwa 10 Maschinen vom Typ A 330-200. Im Zuge der Umstrukturierung soll die Flotte komplett auf Airbus-Flugzeuge umgestellt werden, die Bombardier-Maschinen werden dann ausgemustert.

Eurowings

Eurowings
Anschrift Geschäftssitz Eurowings GmbH

Großenbaumer Weg 6 40472 Düsseldorf

Webseite Eurowings
Tel Eurowings +49 231 92 45 0

+49 211 41551-0

Fax Eurowings +49 231 92 45 60 00

+49 211 41551-900

EMail Eurowings contact@eurowings.com
info@air-via.com
IATA-Code: EW
ICAO-Code: EWG
Sitz Düsseldorf, Deutschland
Heimatflughafen Flughafen Düsseldorf
Ziele National und international

Marktführerkampf führt zu Flugausfällen

Im ersten Halbjahr 2018 konnten so viele Flugausfälle verzeichnet werden, wie noch nie. Im Vergleich zum letzten Jahr haben sich die Flugannullierungen verdoppelt:

  • 3920 Flugausfälle im Jahr 2017
  • 9660 Flugausfälle in den ersten 6 Monaten des Jahres 2018

Gerade im Sommer 2018 kam es zu unzähligen Stornierungen. Diese Zeit ist schließlich die Hochsaison und das Verbindungsnetz ist dann enger, als in den restlichen Jahreszeiten. In dieser Phase kann es immer wieder zu Störungen der geplanten Flugverbindungen kommen, doch in diesem Jahr kam es zu Rekordzahlen der Flugausfälle. Die Fluggäste sind verärgert und müssen sich mit den Begründungen der Manager der Fluggesellschaften zufrieden geben. Diese behaupten, das Wetter sei zu schlecht und unberechenbar gewesen. Auch werden Piloten, die sich den Weisungen widersetzen, überforderte Fluglotsen oder Mängel bei der Abfertigung am Boden vorgeschoben. Diese Gründe können natürlich der Wahrheit entsprechen. Es gibt jedoch noch einen weiteren wichtigen Grund für die Flugannullierungen, der den Passagieren selten direkt genannt wird:

  • der Kampf um die Marktführerposition im deutschen und europäischen Luftraum.

Die Air-Berlin-Pleite im Jahr 2017 löste einen Verdrängungskampf aus. Von heute auf morgen schieden mehr als 140 Flugzeuge aus dem Markt aus. Eurowings übernahm einen Großteil der Maschinen und des Personals, was zunächst nach einem Überholmanöver mit weniger Konkurrenz und neuen Flugzeugen aussah. Nun ist die Tochtergesellschaft der Lufthansa mit den Großprojekten maßlos überfordert. Eurowings stellte innerhalb kurzer Zeit so viele Flugzeuge in den Dienst, wie sonst keine andere deutsche Airline und erhöhte die Anzahl seiner Flugverbindungen um mehr als das Doppelte. Damit stieg jedoch auch die Zahl der Flugausfälle um mehr als das Zehnfache:

  • knapp 250 Flugausfälle im Jahr 2017
  • über 2500 Flugausfälle in den ersten 6 Monaten in 2018

Luftfahrtexperten nennen 3 grundlegende Probleme, die die Teilübernahme der Air Berlin mit sich brachte:

  • ein zu ehrgeiziger Flottenausbau,
  • die Air-Berline-Flugzeuge sind in einem schlechten Zustand,
  • unterschiedliche Verträge verursachen Personalchaos.

Ein abflugbereites Flugzeug und das dazugehörige vollzählige Personal zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitzustellen zählt zum Tagesgeschäft von Fluggesellschaften. Diese Aufgabe scheint für Eurowings derzeit nicht zu bewältigten zu sein.

Der unerwartete schlechte Zustand der Air-Berlin-Flugzeuge

Nach der Übernahme der Maschinen von Air Berlin musste die Eurowings feststellen, dass der Zustand der Flugzeuge schlechter sei als für das Alter üblich. Die schlechte Wartung sei der Grund für den miserablen Zustand. Die Sicherheit der Passagiere war stets gegeben, jedoch wurde an Instandhaltungsinvestitionen gespart, die die Maschinen auf lange Sicht gesehen in einem guten Zustand gehalten hätten. Auch die technische Dokumentation der vergangenen Wartungen sei nicht vollständig und somit erhalten die Maschinen vom Luftfahrt-Bundesamt keine Starterlaubnis, was sich erheblich auf den Flugplan auswirkt. Im Rekordtempo wurden die 77 Maschinen von Air Berlin zu Eurowings transferiert, jedoch führt das Beantragen der notwendigen Zertifikate zu erheblichen Verzögerungen. Allein die technische Dokumentation eines 10 Jahre alten Airbus besteht aus etwa 80.000 Seiten. Bei über 70 Flugzeugen führt das zu ungefähr 15 Tonnen Papier. Einige Dokumente mussten zunächst übersetzt werden, da diese wegen chinesischer Vorbesitzer nur in Mandarin vorlagen.

Personalchaos wegen vertraglichem Durcheinander

Durch den Flottenzuwachs musste auch das Personal wachsen, um die Flugverbindungen abfertigen zu können. Zahlreiche Zukäufe und Teilintegrationen resultierten daraus. Durch den Besatzungszuwachs entstand ein vertragliches Chaos, welches die Zuordnung von Personal und Maschinen erheblich erschwert, so dass es passieren kann, dass ein Flug gänzlich ausfällt. Die zahlreichen unterschiedlichen Verträge der Mitarbeiter mit den verschiedenen Tochtergesellschaften führen dazu, dass das Personal in vielen Fällen nicht so flexibel organisiert werden könnte, wie der volle Flugplan es eigentlich erfordert. Eine Vereinheitlichung der Verträge erweist sich als durchaus schwierig, denn Eurowings muss das Kostenniveau niedrig halten, um dem Konkurrenzkampf der Billigfluggesellschaften standhalten zu können. Die laufenden Vertragsverhandlungen sind zunehmend unberechenbarer, da mit Streiks zu rechnen ist. Die Arbeitsniederlegungen erhöhen dann auch die schon sehr hohe Anzahl der Flugausfälle.

Eurowings leidet unter dem Konkurrenzdruck

Der Druck mit den Billigfluggesellschaften, wie Ryanair, Wizz Air oder easyJet mitzuhalten, wächst stetig. Eurowings antwortet auf den Konkurrenzdruck mit dem Vorantreiben seiner Expansion. Das rasante Tempo spiegelt sich jedoch in den geschädigten Passagieren, den Mitarbeitern und letztlich in der Zahl der Flugannullierungen wider. Eurowings hat aber keine andere Wahl, als schnell zu wachsen, um unter den Billigfluggesellschaften weiterhin zu bestehen. Die internen Tarifverhandlungen stellen ein bedeutungsvolles Kriterium in Hinblick auf die Niedrigkostenstrategie dar. Die Lufthansa-Tochter hat nur zwei Möglichkeiten:

  • Erhaltung der Niedrigkostenstrategie mit Qualitätsproblemen als kurzfristige Folge oder
  • Qualitätsverbesserung mit vermutlicher Wettbewerbsunfähigkeit in der Billigflugbranche als mittelfristige Folge.

Wenn sich keine Verbesserung bei den Flugausfällen und Verspätungen verzeichnet, ist es unvermeidbar, dass die frustrierten Fluggäste freiwillig zur Konkurrenz wechseln.

Die Entschädigungskosten tragen oft die Reisebüros

Die unzähligen Flugverspätungen und –ausfälle veranlassen die frustrierten Passagiere, Beschwerde einzureichen und eine Entschädigung zu erwirken. Viele Reisende wenden sich dabei an ihre Reisebüros als ersten Ansprechpartner und verlangen Ausgleichszahlungen. Viele Reisebüro-Inhaber sind aufgrund dessen ebenfalls verärgert, da sie den verursachten Mehraufwand nicht vergütet bekommen und richten eine Gruppenbeschwerde an die Eurowings. Die Reisebüros sind nicht mehr gewillt, die Kosten für die zahlreichen Flugzeiten- und Flughafenänderungen zu tragen.

Eurowings steigt in das Langstrecken-Geschäft ein

Lufthansa will die Entscheidung umsetzen, Brussels Airlines in die konzerneigene Billigfluggesellschaft Eurowings zu integrieren und das Langstreckenfluggeschäft abzuwickeln. Experten analysieren diese Vorgehensweise und halten die Einbindung der belgischen Fluggesellschaft für positiv, da Brussels jahrzehntelange Erfahrungen auf der Langstrecke nachweisen kann. Auch verfügt Brussels Airlines über ein ausgedehntes Flugnetzwerk, welches teils noch aus der Kolonialzeit stammt. So kann Eurowings sein Flugverbindungsangebot ausbauen, ohne Risiken mit einer unüberlegten, eigenen Langstreckenbasis einzugehen. Brussels bedient bereits einige Langstrecken für Eurowings ohne nennenswerte Zwischenfälle wie Verspätungen oder Probleme. Die neue Einbindung stellt für die Belgier eine mögliche Wachstumsperspektive dar. Jedoch könnten Probleme in der Kostenaufstellung auftreten, da Brussels Airlines Strukturen einer Premium-Fluggesellschaft wie Lufthansa ausweist. Ob das Flugpersonal mit einer Niedrigkostenstrategie einverstanden ist, ist fraglich. Grundsätzlich bestehen große Zweifel in der Übertragung des Billigmodells auf Langstreckenflüge, da bereits andere Airlines, wie zum Beispiel Norwegian, bereits zeigen, dass diese Strategie bisher nur Verluste verzeichnet. Das Niedrigkostenmodell baut darauf auf, die Flugzeuge so kurz wie möglich am Boden zu halten. Bei Langstreckenflügen sie die Beladungszeit der Flugzeuge jedoch deutlich aufwendiger und länger, so dass die Bodenzeiten dementsprechend länger sind. Auch benötigen Langstreckenflüge mehr Flugpersonal, um die gesetzlichen Ruhezeiten einzuhalten. Diese Kostenpositionen wirken gegen eine Niedrigkostenstrategie.

Siehe auch