Flugausfall

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Wenn der gebuchte Flug ausfällt, steht häufig auch der Rest der Reise, besonders bei Pauschalreisen auf dem Spiel. Flugausfall bedeutet das Ausbleiben des Fluges. Dabei ist diser Begriff im Sprachgebrauch weitesgehend gleichbedeutend mit Flugannullierung, Flugstreichung, Flight Cancellation, Ausfall des Fluges, und Flugwegfall. Daraus folgt, dass der Reisende zudem die gleichen Rechte besitzt wie bei einer regulären Flugannullierung. Die Abgrenzung kann im Einzelnen Probleme bereiten, daher wird darauf abgestellt, wer zumindest weit überwiegend für den Ausfall verantwortlich ist. Die Entschädigung eines Reisenden bei einem Flugausfall kann eine unterschiedliche Höhe haben. Die Höhe des Ausgleichsanspruches richtet sich nach der Entfernung zwischen dem Start- und Landeziel, und wird nach der Großkreismethode berechnet. Ein Flugausfall kann viele unterschiedliche Gründe haben, und jeder mögliche Grund wird von der Fluggesellschaft gerne zu dem Zweck vorgebracht, keinen Ausgleich zahlen zu müssen. Dies ist jedoch nicht zutreffend, da es für die Befreiung von dieser Ausgleichspflicht sehr hohe Anforderungen gibt. Ein bloßer technischer Defekt des Fluggerätes beispielsweise lässt den Anspruch auf eine Entschädigung nicht entfallen.


Inhaltsverzeichnis

Flugausfall Rechte

Bei einem Flugausfall stehen dem Reisenden grundsätzlich die gleichen Ansprüche zu, wie bei einer Flugannullierung.

Definition Flugausfall

Unter einem Flugausfall versteht man das Ausfallen und Nichtdurchführen eines Fluges. Nach ständiger Rechtsprechung des EuGH bezeichnet der Begriff „Flug“ einen Luftbeförderungsvorgang, der in gewisser Weise eine Einheit der Beförderung darstellt, die von einem Luftfahrtunternehmen durchgeführt wird, das die entsprechende Flugroute festlegt. Ein Flugausfall ist daher als ein Oberbegriff für alle Situationen anzusehen, bei dem ein Flug nicht durchgeführt wird. Der Begriff Flugausfall ist wertungsfrei und beschreibt nicht weiter, von wem dieser ausgeht.

Abgrenzung Flugausfall Flugannullierung

Der Begriff der Annullierung eines Fluges wurde im Rahmen der EG-Verordnung 261/2004 vom Gesetzgeber in Art. 2 lit. l) VO als Nichtdurchführung eines geplanten Fluges, für den zumindest ein Platz reserviert war, definiert. Ein geplanter Flug liegt vor, wenn die Fluggesellschaft diesen in ihren Flugplan aufgenommen hat, diesen nach Abflug- und Zielort, Abflugs- und Ankunftszeit festgelegt, mit einer Flugnummer versehen und zur Buchung freigegeben hat. Ein Flugausfall ist damit insoweit begriffsverschieden,als dass bei einer Flugannullierung die Absage von dem Luftfahrtunternehmen ausgeht.

Abgrenzung Flugausfall Flugstornierung

Bei einer Flugstornierung handelt es sich um das freiwillige Zurücktreten eines Fluges seitens des Passagiers. Hierin liegt die Abgrenzung zu einem Flugausfall: Die Stornierung ist ein individueller Rücktritt, der die Durchführbarkeit des gebuchtem Fluges nicht betrifft.

Abgrenzung Flugausfall Flugstreichung

Der Begriff Flugstreichung beschreibt einen Flug, der nicht wie geplant startet und in der Regel ersatzlos gestrichen wird. Er ist insoweit identische mt dem begriff Flugausfall.

Abgrenzung Flugausfall Flugumbuchung

Flugumbuchung bedeutet die Änderung eines zuvor erfolgten Fluges. Die Abgrenzung zum Flugausfall liegt darin, dass der eigentliche Flug nicht durchgeführt wird, sondern die eigentliche Flugverbindung nur auf einen anderen Zeitpunkt oder eine andere Fluggesellschaft verlegt wird.

Abgrenzung Flugausfall Flugverspätung

Im Allgemeinen wird die Flugverspätung als nicht rechtzeitiges Eintreffen am Bestimmungsort (Zielort) definiert. Insofern wird immer auf die Flugzeiten abgestellt. Bei einer Flugverspätung findet der eigentliche Flug statt, er erreicht nur nicht zur geplanten Uhrzeit sein Ziel.

Rechte bei Flugausfall im Überblick

Die Rechte, die dem Fluggast bei einer Annullierung eines Fluges oder einem Flugausfall zustehen, ergeben sich vor allem aus Art. 5 I ff. der EG-Verordnung 261/2004. Einem Fluggast kann bei einem Ausfall ein Anspruch auf Ausgleichsleistungen, als auch Unterstützungs-und Betreuungsleistungen entstehen. Weiterhin kann ein Fluggast auch Ersatz für weitere Schäden wegen der Nichterfüllung des Luftbeförderungsvertrags verlangen, wenn die Voraussetzungen des Montrealer Übereinkommens oder des nationalen Rechts vorliegen.

Flugausfall Entschädigung

Anspruch auf Entschädigung bei Flugausfall

Sollte der Reisende sich zum Zeitpunkt des Ausfalls am Flughafen befinden und wird erst vor Ort über den Ausfall informiert, so steht dem betroffenen Fluggast zunächst ein Anspruch auf Unterstützungsleistungen nach Art. 8 der Fluggastrechteverordnung zu. Ein solcher Anspruch auf Unterstützungsleistungen entsteht unabhängig davon wie kurzfristig der Fluggast vor der geplanten Abflugzeit über die Annullierung in Kenntnis gesetzt wird. Das Luftfahrtunternehmen trifft dabei die Pflicht die betroffenen Fluggäste unaufgefordert und im Rahmen der Mitteilung der Annullierung über mögliche und anderweitige Beförderungen zu informieren.

Bezüglich dessen kann der betroffene Fluggast zwischen der Erstattung der Flugscheinkosten (Anspruch auf Erstattung) oder einer anderweitigen Beförderung zu seinem Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen wählen.

Bietet das Luftfahrtunternehmen dem Fluggast keine für ihn akzeptable Ersatzbeförderung an, kann der Fluggast auf eigene Faust einen Flug buchen und die Mehrkosten, die dadurch entstehen, als Schadensersatz verlangen. Dieser Schadensersatzanspruch unterliegt bei mangelnder Erbringung auch nicht der Anrechnung nach Art. 12 VO.

Flugausfall Streik

Sollte der Streik nicht als außergewöhnlicher Umstand zu qualifizieren sein, kann der Reisende aus einem erlittenen Flugausfall eine Entschädigung verlangen. Ein Passagier behält zudem dennoch seine Ansprüche auf eine Ersatzbeförderung auch wenn ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Der Reisende hat ein Wahlrecht, ob er eine Ersatzbeförderung in Anspruch nehmen oder auf den nächsten Flug warten möchte. Die Annahme der Ersatzbeförderung seitens des Passagiers ist nicht verpflichtend. Gleichgültig, ob ein außergewöhnlicher Umstand die Airline von ihrer Ausgleichszahlungspflicht befreit oder nicht, muss diese Betreuungs- und Unterstützungsleistungen gem. Art 8 und 9 EG-VO 261/2004 an ihre Fluggäste leisten.

Flugausfall Ersatzflug

Bei einer Annullierung hat der Fluggast einen Anspruch auf Ersatzflug. Aus Artikel 5 Abs. 2 geht die Verpflichtung der Luftfahrtunternehmen hervor, den Fluggast beim Vorliegen einer Annullierung, über mögliche andere Beförderungen in Kenntnis zu setzen hat. Bei dieser Verpflichtung handelt es sich grundsätzlich um eine Nebenpflicht die sich aus dem zwischen den beiden Parteien bestehenden Vertragsverhältnis ergibt und somit eigentlich selbstverständlich sein sollte. Dahingehend ist davon auszugehen, dass dem Reiseveranstalter bei einer Pauschalreise dieselben Informationspflichten auferlegt werden.

Flugausfall Hotelkosten

nach Art. 9 der Verordnung - Mahlzeiten und Erfrischungen in angemessenem Verhältnis zur Wartezeit, - Hotelunterbringung und Transport zwischen Flughafen und Unterbringung, wenn die nach vernünftigem Ermessen zu erwartende Abflugzeit des neuen Fluges erst am Tag nach der planmäßigen Abflugzeit des annullierten Fluges liegt, - zwei unentgeltliche Telefonate, Faxe oder E-Mails.

Anschlussflug verpasst Ersatzflug

Der Grad der Unannehmlichkeit einer Ankunftsverspätung bei einem verspäteten Direktflug oder einem Flug mit Anschlussflug unterscheidet sich nicht, da die Unannehmlichkeiten in einem solchen Fall in dem erlittenen Zeitverlust gegenüber der ursprünglichen Reiseplanung bestehen, der immer bei Ankunft am Endziel festgestellt wird. Daher gelten die gleichen Grundsätze wie bei einem normalen Ersatzflug.

Flugausfall was tun

Bei gestrichenen Flügen verhält es sich wie bei Verspätungen. Es empfiehlt sich soviel Informationen wie möglich über den Grund des Flugausfalls zusammeln. Für den Fall dass man schon eingecheckt hat, sollte man sich auch informieren, was mit dem bereits eingecheckten Gepäck passiert ist. Jede Airline hat ihre eigenen Gepäckbestimmungen. Wenn möglich ist es strategisch sinnvoll nur mit Handgepäck zu reisen, denn dann hat man auch bei einer Umbuchung des Fluges garantiert immer alle seine Habseligkeiten bei sich. Seinen Flug umbuchen wenn das Gepäck bereits eingecheckt ist, kann zuweilen zu einem Problem werden. Vor Ort sollte man sich möglichst schnell um eine Umbuchung kümmern und auf jeden Fall versuchen die Fluggesellschaft zu kontaktieren und klarstellen, dass man den Flug so schnell wie möglich antreten muss. Im Anschluss muss man sich informieren, ob man nach den europäischen Bestimmungen eine Entschädigung wegen des Flugausfalls verlangen kann.

Flugausfall Entschädigung nach Reiseart

Flugausfall Entschädigung Individualreise

Unter einer Individualreise man eine Reise, deren Bestandteile vom Reisenden selbst zusammengetragen werden und entsprechend ohne oder nur mit geringer Hilfe eines Touristikunternehmens gebucht und bezahlt werden. Im Gegensatz zu Pauschalreise gibt es bei einer Individualreise für den Reisenden nicht einen Ansprechpartner, an den er sich in allen Fällen wenden kann, da er jede Leistung separat mit einzelnen Leistungsträgern vereinbart und dementsprechend gezwungen ist, diese auch direkt zu kontaktieren. Bei einem Flugausfall muss sich der Reisende daher direkt an das jeweilige ausführende Flugunternehmen wenden. Daher besteht die Gefahr für den Reisenden, eventuellen Problemen allein gegenüber zustehen. Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass im Falle eines Flugausfalls dem Reisenden die gleichen Rechte zustehen, wie bei einer Pauschalreise, zumindest was die Flüge betrifft.

Flugausfall Entschädigung Pauschalreise

Für Pauschalreisende ergeben sich bei einer fehlerhaft erbrachten Reiseleistung mehrere Ansprüche. Alle setzten eine Reisemangel voraus. Diese Gewährleistungsansprüche bestehen allerdings nur für den vom Mangel betroffenen Reisezeitraum. Auf Pauschalreisen finden die §§ 651 a-y BGB Anwendung. Um die verschiedenen Regelungen innerhalb Europas aneinander anzugleichen, verabschiedete der Rat der Europäischen Gemeinschaft auf Vorschlag der EG-Kommission 1990 eine entsprechende Richtlinie über Pauschalreisen, die 90/314/EWG. Mit Abschluss des Reisevertrages verspricht der Reiseveranstalter die fehlerfreie Beförderung des Reisenden und seines Gepäcks. Bei Unregelmäßigkeiten entstehen für den Betroffenen, abhängig vom Grad der Beeinträchtigung, mehrere Ansprüche.

Flugausfall Entschädigung Geschäftsreise

Sind Reisende einer Geschäftsreise von einem Ausfall betroffen, kann das auch wirtschaftliche Auswirkungen für das Unternehmen haben. Nach der EG-Verordnung 261/2004 stehen grundsätzlich nur dem tatsächlich reisenden Angestellten Ansprüche zu. Daher hat nur der direkt betroffene Geschäftsreisende bei einem Flugausfall Ansprüche gegen das Luftfahrtunternehmen. Dem Unternehmen stehen in einem solchen Fall zumindest aus dieser EG-VO direkt keine Ansprüche zu.

Unternehmen, die regelmäßig Mitarbeiter auf Geschäftsreisen schicken, nehmen häufig in Klauseln in ihre Arbeitsverträge oder Reisebestimmungen auf, in denen Ansprüche auf Ausgleichszahlungen von den Geschäftsreisenden an das Unternehmen abgetreten werden.

Gründe für Flugausfälle

Die Gründe für einen Flugausfall können sehr zahlreich sein. Aber nicht bei jedem Umstand, der zu einem Flugausfall führt, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, den reisenden einen Ausgleich zu zahlen.

Außergewöhnlicher Umstand

Für Flugausfälle und Verspätungen stehen dem Reisenden keine Ausgleichszahlungen zu, wenn die Luftfahrtgesellschaft außergewöhnliche und unvermeidbare Umstände nachweisen kann. Außergewöhnliche Umstände bestimmte Umstände, die nicht in den Verantwortungsbereich der Fluggesellschaft fallen, für Verspätung oder Annullierung jedoch ursächlich sind. Grundsätzlich ist unter einem außergewöhnlichen Umstand ein Vorkommnis zu verstehen, welches sich auch dann nicht hätte vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären.


Flugausfall Entschädigung technischer Defekt

Fluggesellschaften nennen gerne als pauschale Begründung für einen Flugausfall technische Probleme. Diese Aussage ist jedoch viel zu allgemein gehalten und keineswegs ausreichend. In den meisten Fällen ist ein technischer Defekt jedoch keine Begründung dafür, keine Ausgleichszahlung leisten zu müssen. Insofern bedarf es allerdings einer Differenzierung und detaillierten Betrachtung der Umstände. Durch die umfangreiche Rechtsprechung der Thematik wurden jedoch schon einige Defekte eingeordnet. Ein technischer DEfekt ist eine Fehlfunktion eines Systembestandteiles eines Flugzeuges. Eine solche Fehlfunktion kann in einigen Fällen zu einer großen Verspätung oder einer Annullierung führen.

Flugausfall Entschädigung Streik

Unter einem Streik versteht im allgemeinen Sprachgebrauch eine Kampfmaßnahme, die zumeist von der Arbeitnehmerseite ausgeht, mit dem Ziel durch Arbeitsniederlegung einen bestimmten Zweck zu erreichen. SDie Fluggastrechteverordnung nennt einen Streik als Beispiel für einen Entlastungsgrund eines ausführenden Luftfahrtunternehmens. olche Streiks können im Flugalltag zu Verschiebungen oder Ausfällen von Flügen führen. Dennoch muss bei der Beurteilung, ob ein Streik einen außergewöhnlichen Umstand darstellen kann und ein Luftfahrtunternehmen somit von seiner der Pflicht zur Zahlung von Ausgleichsleistungen nach Art. 5 III der EG-VO 261/2004 befreit wird, hinsichtlich der streikenden Personengruppen differenziert betrachtet werden. Als mögliche Streitakteure kommen dabei vor allem die eigenen Mitarbeiter eines Luftfahrtunternehmens, also Piloten und Flugbegleiter, sowie Mitarbeiter von Drittunternehmen, wie bspw. Fluglotsen oder das Bodenpersonal, in Betracht.

Flugausfall Entschädigung berechnen

Die Höhe der Entschädigungszahlung für einen erlittenen Flugausfall richtet sich nach der vom Startflughafen bis zum Zielflughafen zurückgelegten Strecke. Dabei ist es egal, wo genau die Störung in der Beförderung aufgetreten ist.

Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich gemäß Art. 7 EG-VO 261/2004 wie folgt:

Ausgleichszahlung in Höhe von 250 Euro bei einer Flugstrecke von weniger als 1.500 Kilometern
Ausgleichszahlung in Höhe von 400 Euro bei einer Flugstrecke zwischen 1.500 und 3.500 Kilometern
Ausgleichszahlung in Höhe von 600 Euro bei einer Flugstrecke von mehr als 3.500 Kilometern

Die Entfernung wird sowohl bei Direktflügen als auch bei mehreren Anschlussflügen nach der Großkreismethode berechnet. Dies kommt daher, da sich die in der Verordnung festgelegten Ausgleichsleistungen ihrer Art und Höhe nach an der Intensität der Beeinträchtigung für die Fluggäste orientieren sollen.

Der Grad der Unannehmlichkeit einer Ankunftsverspätung bei einem verspäteten Direktflug oder einem Flug mit Anschlussflug unterscheidet sich nicht, da die Unannehmlichkeiten in einem solchen Fall in dem erlittenen Zeitverlust gegenüber der ursprünglichen Reiseplanung bestehen, der immer bei Ankunft am Endziel festgestellt wird. Es ist also unerheblich, ob der Passagier mit einem Direktflug verspätet seinen Zielflughafen erreicht oder ob er zwischendurch umgestiegen ist und dabei eine größere Flugstrecke zurückgelegt hat. Es kommt nur auf die Distanz zwischen dem Flughafen, an dem der Passagier seine Flugreise angetreten hat und dem Endziel an.

Flugausfall Entschädigung Frist

Flugausfall Entschädigung Anzeigefrist

Eine Fluggesellschaft muss dem Passagier keine Entschädigung zahlen, wenn sie die in der Verordnung genannte Frist einhält: So können Fluggäste gemäß Art. 5 der Verordnung einen Anspruch wegen einer Annullierung haben, es sei denn,

i) sie werden über die Annullierung mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet, oder

ii) sie werden über die Annullierung in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und erhalten ein Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als zwei Stunden vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen, oder


iii) sie werden über die Annullierung weniger als sieben Tage vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und erhalten ein Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als eine Stunde vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen.

Nach Ablauf einer Ausschlussfrist erlöschen die Ansprüche. Der Unterschied zwischen Ausschlussfrist und Verjährungsfrist besteht darin, dass das Erlöschen des Anspruchs nach Ablauf der Ausschlussfrist vom Gericht im Prozess von Amts wegen zu beachten ist und nicht explizit von der Partei im Prozess vorgebracht werden muss. Die wichtigste Ausschlussfrist des Reisevertragsrechts ist die 1-Monats-Frist des §651g Abs. 1 S. 1 BGB, nach der der Reisende seine Ansprüche innerhalb von einem Monat nach dem Ende der Reise geltend machen muss.

Flugausfall Entschädigung Verjährung

Die Fluggastrechteverordnung der EU regelt leider nicht, wie lange nach einem deutlich verspäteten Abflug Passagiere eine Ausgleichszahlung verlangen können. Die Verjährungsfrist richte sich deshalb nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Demnach haben Kunden drei Jahre Zeit, gerechnet ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Auf geltend gemachte Ansprüche und Ausgleichszahlungen nach Art. 5 Abs.1 c), Art. 7 Abs.1 Satz 1 a) der VO unterliegen keiner Ausschlussfrist, sondern der regelmäßigen Verjährung nach §§ 194 Abs. 1, 195 BGB. . Die Verordnung selbst bestimmt keine zeitlichen Schranken für die Durchsetzung der Ansprüche auf Ausgleichszahlungen nach Art. 5 Abs. 1 Buchst. c, Art. 7 Abs. 1 Satz 1 der VO. Weder enthält die Verordnung eine Ausschlussfrist, noch regelt sie die Verjährung. Die Annullierung eines Fluges wird nicht vom Montrealer Übereinkommen erfasst. Insbesondere stellt die Annullierung eines Flugs keine Verspätung i.S. des Art. 19 MÜ dar (Urteil EuGH v. 22.12.2008, Az.: Rs C-549/0. Es gelten für Ausgleichszahlungen nach der Verordnung und für Schadensersatzansprüche im Sinne des Montrealer Übereinkommens unterschiedliche Regelungsrahmen. Der Ausgleichsanspruch aus Art.7 der VO ist nicht als Schadensersatz im Sinne von Art. 19 und 20 Montrealer Übereinkommen. Beide Ansprüche stehen nebeneinander. die zeitlichen Schranken für die Durchsetzung der Ansprüche auf Ausgleichszahlungen nach Art. 5 Abs. 1 Buchst. c, Art. 7 Abs. 1 Satz 1 der VO werden durch das jeweils berufene Sachrecht bestimmt. Die Ansprüche auf Ausgleichszahlungen nach Art. 5 Abs. 1 Buchst. c, Art. 7 Abs. 1 Satz 1 der VO unterliegen der regelmäßigen Verjährung nach den §§ 194 Abs. 1, 195, 199 Abs. 1 BGB, wenn ihnen die Annullierung eines durch Luftbeförderungsvertrag mit dem Luftfahrtunternehmen versprochenen Flugs zugrunde liegt. Bei einer Annullierung und unter dem Vorbehalt, dass die Annullierung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären, die Art. 5 und 7 der Verordnung Nr. 261/2004 den Fluggästen einen Ausgleichsanspruch einräumen, der je nach der Entfernung und dem Zielort des betreffenden Fluges variiert. Diesen Anspruch können die Fluggäste nötigenfalls vor den nationalen Gerichten geltend machen.

Nach ständiger Rechtsprechung ist es in Ermangelung einer entsprechenden unionsrechtlichen Regelung Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung eines jeden Mitgliedstaats, die Verfahrensmodalitäten für Klagen festzulegen, die den Schutz der den Einzelnen aus dem Unionsrecht erwachsenden Rechte gewährleisten sollen, sofern diese Modalitäten den Äquivalenz- und den Effektivitätsgrundsatz wahren (vgl. in diesem Sinne Urteil vom 25. November 2010, Fuß, C 429/09, Slg. 2010, I 12167, Randnr. 72).

Daraus folgt, dass sich die Frist, innerhalb deren Klagen auf Zahlung der in den Art. 5 und 7 der Verordnung Nr. 261/2004 vorgesehenen Ausgleichsleistung erhoben werden müssen, nach dem nationalen Recht der einzelnen Mitgliedstaaten bestimmt, sofern diese Modalitäten den Äquivalenz- und den Effektivitätsgrundsatz wahren.

Dem steht es nicht entgegen, dass nach Art. 29 des Warschauer Abkommens und Art. 35 des Übereinkommens von Montreal Schadensersatzklagen aus den in diesen Übereinkünften vorgesehenen Ansprüchen nur binnen einer Ausschlussfrist von zwei Jahren erhoben werden können, wobei die Frist mit dem Tag beginnt, an dem das Luftfahrzeug am Bestimmungsort angekommen ist oder an dem es hätte ankommen sollen oder an dem die Beförderung abgebrochen worden ist. Die in den Art. 5 und 7 der Verordnung Nr. 261/2004 vorgesehene Ausgleichsmaßnahme fällt nämlich nicht in den Anwendungsbereich der Übereinkünfte von Warschau und Montreal.

Besonderheiten im Reisevertragsrecht

Die Ansprüche eines Reisenden verjähren nach § 651g Abs. 2 BGB zwei Jahre nach Ende der Reise. Die Verjährungsfrist kann durch AGB verkürzt werden. Diese kurzen Fristen gelten jedoch nur für vertragliche Ansprüche z.B. Ansprüche auf Reisepreisminderung, Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit, entgangener Urlaubsfreude, vertaner Urlaubszeit, Entschädigung. Deliktische Schadensersatzansprüche sind von der Verkürzung der Verjährung nicht betroffen. Zu beachten ist, dass die Verjährung gemäß §203 BGB im Reiserecht solange gehemmt ist, wie der Rechtsanwalt des Reisenden und der Reiseveranstalter über die Ansprüche verhandeln. Die Hemmung endet mit der Verweigerung der Fortsetzung oder dem Abbruch der Verhandlungen.

Verkürzen der Verjährungsfrist durch AGB

Die Verjährungsfrist kann durch AGB verkürzt werden. Dies ist gemäß §651m BGB rechtlich zulässig. Der Reiseveranstalter hat den Reisenden auf die Verjährungsfristen hinzuweisen. Erfüllt der Reiseveranstalter die Hinweispflicht nicht oder kennt der Reisende die Verjährungsfrist ohne Verschulden nicht, besteht eine widerlegliche Vermutung dafür, dass die Fristversäumung des Reisenden entschuldigt ist.

Beginn der Verjährung

Die Verjährung beginnt mit dem Tag, an dem die Reise dem Reisevertrag nach enden sollte (vgl. §651g Abs. 2 S. 2 BGB). Das aus der Buchungsbestätigung vertraglich vereinbarte Reiseende hat demnach eine wesentliche Bedeutung für die rechtliche Bewertung der Fristen von Reiserechtsstreitigkeiten.

Fristen bei Gepäckschäden

Die Fluggesellschaft haftet Fluggästen nach dem Montrealer Übereinkommen (Abkürzung: MÜ) i.V.m. dem Warschauer Abkommen (Abkürzung: WA), dem Beschluss des Rates der Europäischen Union 2001/539/EG i.V.m. der europäischen Verordnung Nr. 889/2002 und der VO (EG) Nr. 2027/97, dem Luftverkehrsgesetz (Abkürzung: LuftVG), dem BGB und HGB für Schäden an aufgegebenem Gepäck oder Verlust des Reisegepäcks nach der verschuldensunabhängigen Obhutshaftung. Als Ausgleich für diese weitgreifende Haftung der Fluggesellschaft ist der Fluggast gehalten, etwaige Schäden oder Unregelmäßigkeiten unverzüglich und schriftlich anzuzeigen. Zweck der Form- und Fristvorschriften ist es, der Fluggesellschaft nach der Beförderung in kürzester Zeit Klarheit über etwaige Haftungsvorfälle und deren Umfang zu verschaffen. Voraussetzung ist eine substantiierte schriftliche Schadensanzeige im Falle von Verlust oder Beschädigung des aufgegebenen Reisegepäcksunverzüglich nach Entdeckung des Schadens (vgl. §121 BGB analog, §377 HGB analog, §47 Abs. 6 LuftVG, Art. 31 Abs. 2 MÜ, Art. 26 Abs. 2 WA) am Reisegepäck, d.h. ohne schuldhaftes Zögern, und/oder innerhalb von 7 Tagen nach Annahme des Reisekoffers. Im Falle einer Verspätung oder verspäteter Beförderung des aufgegeben Koffers,innerhalb von 21 Tagen nach Andienung des Reisegepäcks. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem der Koffer dem Fluggast von einem Kurier oder Erfüllungsgehilfen der Fluggesellschaft übergeben worden ist. „Tage“ meinen dabei Kalendertage und nicht Werktage.

Frist bei Schadensersatz

Für Ansprüche von Fluggästen auf Entschädigung, Aufwendungsersatz oder Schadensersatz aus einer Verspätung des Fluges, einer Umbuchung oder einer Flugzeitenänderung haftet die Fluggesellschaft nach vermutetem Verschulden nach den völkerrechtlichen Vorschriften des Montrealer Übereinkommens. Die Ansprüche müssen innerhalb der Ausschlussfrist von 2 Jahren gemäß Art. 35 MÜ gegen die ausführende Fluggesellschaft oder die vertragliche Airline als Anspruchsgegner rechtswirksam und verjährungshemmend geltend gemacht werden.

Frist bei Flugverspätung

Ansprüche von Fluggästen, auf Ausgleichszahlung wegen Verspätung, Umbuchung oder Annullierung eines Fluges, die auf die Fluggastverordnung (EG) Nr. 261/2004 und deutsches Sachrecht gestützt werden, verjähren nach der dreijährigen Regelverjährung, soweit deutsches Sachrecht anwendbar ist, wie der Bundesgerichtshof in einer Grundsatzentscheidung festgestellt hat. Für Fluggäste, die von einer Verspätung, Annullierung oder Umbuchung aus dem Jahre 2008 betroffen sind, bedeutet dies, dass ihre Ansprüche aus der Fluggastverordnung (EG) Nr. 261/2004 zum 31.12.2011 verjähren.

Flugausfall Entschädigung Musterbrief

Flugausfall Entschädigung Formular

Das Formular zur Geltendmachung von Ansprüchen kann folgendermaßen aussehen:

MUSTERANSCHREIBEN FÜR ENTSCHÄDIGUNG BEI FLUGVERSPÄTUNG ODER ANNULLIERUNG
Ihr Name und Adresse: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Name der Fluggesellschaft: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Strasse und Hausnummer: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Postleitzahl und Stadt: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Land: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Ausgleichsforderung nach Art. 7 Regulation (EG) No. 261/2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit mache ich eine Ausgleichszahlung nach Art. 7 der Verordnung (EG) No. 261/2004 für die
folgenden Passagiere geltend:
1. Ihr Name / Strasse / Postleitzahl / Stadt: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
2. Ihr Name / Strasse / Postleitzahl / Stadt (weitere Passagiere, z.B. Ihre Frau oder Kinder): _ _ _ _ _ _ _ _
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Ich beanspruche eine Ausgleichszahlung für den Flug (Flugnummer: _ _ _ _ _ _ _) von (Abflughafen _ _ _
_ _ _ _ _ _ _ _ _) zu (Zielflughafen _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _) am (Abflugdatum _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _).
Der Flug war mehr als _ _ _ _ Stunden verspätet (oder storniert oder überbucht).
Grund der Verspätung war meiner Recherche nach keine höhere Gewalt oder außergewöhnliche
Umstände.
Durch die Verspätung von _ _ _ _ Stunden und der Großkreisentfernung zwischen den Flughäfen steht
mir ein Ausgleich von _ _ _ _ Euro pro Person zu.
Ich fordere Sie auf, den Betrag von _ _ _ _ sofort, aber spätestens innerhalb der nächsten 2 Wochen zu
bezahlen.
Meine Kontodaten lauten:
Bank: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
IBAN: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Swift/BIC: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Falls Sie die Frist fruchtlos verstreichen lassen werde ich sofort und ohne weitere Kontakt- oder
Mahnversuche rechtliche Schritte gegen Sie einleiten.
Mit freundlichem Gruß
Name: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Datum: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
Unterschrift:_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Flugausfall Entschädigung Musterbrief ADAC

Auch der ADAC bietet im Internet einen Musterbrief für Flugausfälle an[1].

Desweiteren wird vom ADAC eine Checkliste, sowie eine Liste mit außergewöhnlichen Umständen angeboten.

Flugausfall Entschädigung Musterbrief Englisch

Ein Musterbrief auf Englisch kann gefunden werden unter: [2]

Flugausfall Entschädigung Fluggesellschaft

Da es viele unterschiedliche Fluggesellschaften gibt, gibt es natürlich auch viele verschiedene Arten, seinen Anspruch gegenüber der Fluggesellschaft geltend zu machen. Einige bieten einen einfachen Service im Internet an, bei anderen muss der Anspruch schriftlich per Post geltend gemacht werden. Das Angebot ändert sich von Fluggesellschaft zu Fluggesellschaft und sollte schon im Vorfeld des FLuges erörtert werden.

Flugausfall Entschädigung Condor

Die Fluggesellschaft Condor benutzt für die Reklamation von Flugausfallschäden eine Onlinemaske, auf der der Gast die Daten seines Fluges eingeben, und eventuelle Dateien anhängen kann. Beschwerden, die Flüge der Condor von bzw. nach Großbritannien betreffen, werden von der Kundenbetreuung der Thomas Cook Airlines UK bearbeitet. Die Reklamation von Condor finden sie hier:[[3]]

Flugausfall Entschädigung Eurowings

Die Seite für Reklamationen von Eurowings ist wesentlich kompakter aufgebaut als die von Condor. Unter der Überschrift des Online-Service zur Überprüfung eines Ausgleichsanspruchs bei Flugverspätung und FLugausfall muss der Reisende lediglich seine Flugnummer und sein Abflugdatum eingeben, damit kontrolliert werden kann, ob der betreffende Flug wirklich verspätet oder annulliert wurde, oder ausgefallen ist. : [4]

Zudem wird man gleichwohl auf das FAQ von Eurowings hingewiesen.

Flugausfall Entschädigung Lufthansa

Die Entschädigung bei Lufthansa gestaltet sich schon etwas schwieriger. Man wird Online auf eine Seite mit der Überschrift Passagierrechte verwiesen, auf welcher die Passagierrechte nach der EU-Verordnung aufgeführt sind. Man erhält dort alle Informationen, von dem Anwendungsbereich der Verordnung, über den Flugausfall, bis hin zur Schlichtungsstelle.

Ein Online-Eingabe-Formular existiert nicht, für die Geltendmachung von Ansprüchen muss man sich an das Feedback-Center wenden, oder eine schriftliche Aufforderung zum begleichen deer Ansprüche stellen:[5]

Flugausfall Entschädigung Ryanair

Ebenso umständlich gestaltet sich das Geltendmachen von Ansprüchen bei Ryanair.

Im Unterschied zu Lufthansa erhält man auf der Internetseite sehr wohl die Möglichkeit, sich Online um eine Entschädigung zu bemühen, dafür muss man sich dann jedoch mit seinen Zugangs- oder Buchungsdaten zunächst auf der Internetseite einloggen, um von seinem Konto auf betroffene Flüge zugreifen zu können: [6]

Flugausfall Entschädigung Swiss Air

Das Flugunternehmen Swiss Air hat ein ähnliches Erstattungsmodell für die Entschädigung von Flugausfällen wie Lufthansa: [7]